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Thema: Südafrika mal ganz anders!

  1. #1

    Südafrika mal ganz anders!

    Ein Kurzurlaub im Juli 2015 brachte uns in eine Ecke Südafrikas, die wir vorher noch nie besucht haben und die bis dato auch nicht auf unserer To-Do-Liste stand. Aber nun sind Freunde von uns dorthin gezogen, und wenn man verspricht, sie zu besuchen, dann muß man das Versprechen auch einlösen!

    Nach endlosen Straßen quer durch Weide- und Farmland wurden wir herzlich von unseren Freunden empfangen und erst mal auf ein selbstgebrautes Weißbier und knusprige Brezeln eingeladen. So kann man sich es gutgehen lassen! Leider haben wir die Zeit ein bißchen verquatscht, so daß wir vom Dorf selbst leider noch nicht viel sehen konnten. Aber am nächsten Tag gab es eine Tour mit James, unserem Tourguide.

    Jeder Gast bekommt hier eine kostenlose Führung durch das Dorf und eine DVD zur Erinnerung mit vielen Informationen! Da kann sich manch‘ andere Stadt in Südafrika eine dicke Scheibe abschneiden!

    Das Dorf mit seinen rund 1.000 Einwohnern ist von fruchtbarem Farmland umgeben – dafür sorgt der Oranje River, der für genug Bewässerung sorgt. Neben Mais- und Futterklee-Feldern fallen die riesigen Pekannuß-Plantagen auf, deren Früchte bis nach China exportiert werden. Der Oranje River versorgt das Dorf auch mit Brauch- und (aufgearbeitetem) Trinkwasser, letzteres übrigens von ausgezeichneter Qualität. Jedes Grundstück hat zwei Wasserleitungen, eine für Brauch- und eine für Frischwasser, so wird kein kostbares Trinkwasser zum Garten-Gießen oder Auto-Waschen verschwendet. Clever, oder? Raffiniert sind auch andere Umweltschutz-Projekte, die wir so bislang in KEINEM anderen Ort Südafrikas gesehen haben: Mülltrennung, sogar in sämtlichen öffentlichen Mülleimern im Dorf, solarbetriebene Druckwasserspeicher für heißes Wasser auf jedem Haus, Leihfahrrad-Stationen an mehreren Punkten im Dorf, das man so problemlos und umweltschonend erkunden kann und Häuser aus recyceltem Material, wie z. B. dieses wunderschöne Strohballen-Haus:

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    ... oder eine gerade neu entstandene Straße aus Container-Häusern, die irgendwie an eine Westernstadt erinnern:

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    Im Dorf gibt es außerdem eine Schule für Kinder vom Vorschul- bis zum Highschool-Alter und ein Internat für Kinder aus der Umgebung, ein öffentliches Schwimmbad, eine Bibliothek und eine kleine Radio-Station, die täglich fünf Stunden sendet.

    Eine Polizeistation sucht man dagegen vergeblich. Ehrlich! Das war tatsächlich sogar etwas gewöhnungsbedürftig für uns, die ja schon hier in Mossel Bay sehr unbedarft und sicher leben und sich nicht hinter Stacheldraht und Elektrozaun einigeln müssen. Unser kleines Cottage im Garten unserer Freunde hat vorne eine große Schiebetür und nach hinten eine weitere Tür, beides nicht abschließbar. Als wir nach den Schlüsseln fragten, wurden wir „ausgelacht“: Hier werden die Türen nicht verschlossen! - Wie bitte? – Es ist tatsächlich so: Wann immer wir das Haus verlassen haben, wurde keine Tür verschlossen, kein Fenster geschlossen, kein Auto verriegelt. Kinder jeglichen Alters spielen auf der Straße, es gibt kaum Zäune, und wenn, dann markieren sie nur das Ende eines Grundstücks. Während unserer Sightseeing-Tour durch das Dorf machten wir Halt an einem kleinen Museum, in dem wir uns etwa eine halbe Stunde aufgehalten haben. Der Tour-Bus mit Schiebetür stand derweil sperrangelweit offen auf der Straße, unbewacht, mit unserer Kamera-Tasche gut sichtbar auf einem Sitz. Undenkbar ... nicht nur in Südafrika, sondern auch in Deutschland. Was ist passiert? – Nichts. Als wir wieder zum Bus zurückkamen, stand die Tasche immer noch unversehrt auf dem Sitz!

    Aber auch die sozialen Projekte sollen nicht unerwähnt bleiben, weil ähnliches in Südafrika wohl kaum zu finden ist: Im Dorf gibt es ein Wohnprojekt für alleinstehende Frauen und eins für Männer. Neben günstigem Wohnraum wird auch für Arbeit innerhalb der Gemeinde gesorgt, und wenn Mann bzw. Frau Fuß gefasst haben, gibt es genug Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in Form von größerem, bezahlbarem Wohnraum oder dem Erwerb von Eigentum. Fallengelassen wird hier niemand, der gewillt ist, sich in der Gemeinde einzubringen.

    Urlaubern steht ein großes Viersterne-Ferienresort mit Wellness-Center zur Verfügung, das direkt am Oranje River liegt und Unterkunft in wunderschönen Holzhäusern bietet. Das Resort-eigene Restaurant hat nicht nur leckere Gerichte zu günstigen Preisen auf der Karte, sondern auch einen traumhaften Ausblick auf den Oranje River, an dessen gegenüberliegendem Ufer die Provinz Freestate liegt.

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    Noch mal zurück zum Umweltschutz: Statt das Wellness-Center von umweltfeindlichen, weil stromfressenden Klimaanlagen kühlen zu lassen, wurde die Außenfassade mit einer Wand aus Kieselsteinen verkleidet, durch die von oben nach unten Wasser läuft. Außen an der Kieselstein-Wand befinden sich verstellbare Glasscheiben, die in geöffnetem Zustand den Wind durch die Kiesel lassen, der dann – wassergekühlt – die Innentemperaturen des Spas reguliert. Das funktioniert nicht nur hervorragend, sondern sieht auch noch toll aus!

    Überall gab’s also Überraschungen, schönes und neues zu entdecken, wie zum Beispiel auch diese kreative Holzzaun-Verkleidung:

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    Leider war die Zeit viel zu kurz, und wir haben sicherlich nicht alles gesehen. Außerdem waren wir leider über das Wochenende dort, so daß wir keine Chance hatten, die vielen kleinen Geschäfte zu durchstöbern, die im Dorf zu finden sind. Das müssen und werden wir bei Gelegenheit nachholen.

    ... klingt doch alles toll, oder? Haben wir Euch neugierig gemacht? Wäre das nicht mal eine willkommene Alternative zu den in allen Reiseführern vorgestellten und längst durchgekauten Orten Südafrikas?

    Aber, verflixt noch mal, wo waren wir denn nun? Das hatten wir ja noch gar nicht erwähnt!

    Wir waren in:

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    Wir haben es absichtlich nicht am Anfang verraten, weil alle gleich die Augen verdrehen, sobald man „Orania“ auch nur erwähnt. Auch wir sind leider nicht ganz vorurteilsfrei nach Orania gereist und waren, wie man oben im Text hoffentlich herausliest, positiv überrascht. Orania hat so viel mehr zu bieten als „stures, altmodisches, rassistisches Afrikaaner-Volk, das nur unter sich bleiben will und alten Zeiten hinterher trauert“ – leider eine weitverbreitete Meinung.

    JEDER Besucher ist in Orania willkommen. JEDER kann dort ein- und ausgehen oder einkaufen gehen; es gibt keine Einlasskontrolle am Ortseingang. Da sich die Gemeinde Orania auf privatem Land befindet, kann nicht jeder ein Grundstück erwerben oder dort wohnen, ein von den Dorfbewohnern gewählter Rat entscheidet über die Bewerbungen potentieller Neu-Oranier ... letztendlich wie in einem Mietshaus, in dem der Besitzer entscheidet, welche Mieter er haben will und welche nicht. Man kann sich Orania auch als eine Art Verein vorstellen, der gewisse Interessen vertritt, eine gewisse Ordnung vorschreibt und dessen Bewerber eben bestimmte Voraussetzungen erfüllen sollten: In einem Segelverein wäre die Bewerbung eines wasserscheuen Jägers ohne jegliche Affinität zum Segelsport eher auch fehl am Platze. Dem einen liegt das „Vereinsleben“, dem anderen eben nicht.

    Wir können einen Ausflug nach Orania absolut empfehlen, BEVOR man sich eine Meinung bildet, die Orania vielleicht nicht gerecht wird. Selbst erleben ist immer besser als weitverbreiteten Vorurteilen zu folgen. Und fragt nach James als Tourguide – der erzählt nicht nur spannendes aus der südafrikanischen Geschichte und der Entstehung Oranias, sondern beantwortet Euch gerne und sehr geduldig ALLE Fragen!

    Und das gute selbstgebaute Bier gibt es in der Bavaria Brouery von Sepp & Rita!
    Meike & Martin Prenzel
    AVENUES GUESTHOUSE, Mossel Bay

  2. #2

    Der Vanderkloof Damm

    Absolut einen Abstecher von der R 369 wert:

    Etwa 44 km südöstlich von Orania liegt der Vanderkloof Damm, der von Südafrikas längstem Fluß, dem Oranje River gespeist wird. Der Vanderkloof Dam ist der zweitgrößte Damm vom Volumen her, und er hat mit 108 Metern die höchste Staumauer im Land. 1977 in Betrieb genommen, hat der Stausee ein Volumen von 3.187.557 Millionen Kubikmeter Wasser und eine Wasseroberfläche von etwa 133.43 Quadratkilometern, wenn er voll ist. Zwei Turbinen im Staudamm können bis zu 240 Megawatt Strom produzieren.

    Man kann mit dem Auto über die 756 Meter lange Staumauer fahren; es gibt auf beiden Seiten der Mauer Nischen, von denen man einen atemberaubenden Blick in die Tiefe oder über den Stausee hat. Von diesem Standpunkt aus kann man allerdings nur etwa 4 km des gesamten Stausees überblicken. Der Stausee hat eine Länge von mehr als 80 Kilometern und sollte nicht ohne erfahrene Begleitung befahren werden, da man hier tatsächlich schnell verlorengehen kann. Unzählige Inseln und Buchten, die - je nach Wasserstand - immer wieder anders aussehen, machen den See sehr unübersichtlich und gefährlich.

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    Meike & Martin Prenzel
    AVENUES GUESTHOUSE, Mossel Bay

  3. #3

    AW: Der Vanderkloof Damm

    Diese Region ist sicher einen Besuch wert. Die Tour durch dieses Nichts, denn Reiseführer schreiben nichts, ist absolut einen Besuch wert. Wir haben schon eine Traumreise im Kopf, mit Orania, mit Vanderkloof Dam und vielen anderen Zielen. Von CT Airport nach CT Airport, eine abenteuerliche Reise in dem unbesuchten Teil Südafrikas.
    Für Bayern ein Muss, denn in Orania gibt es das beste Weißbier laut Martin ( Berliner ), (Sorry Wolfgang, Martins Meinung). Weißwürscht, Händlmaier Senf und Brezen ( Brezitella ) könnten wir von Paarl aus mitnehmen. Das wär doch eine tolle Reise, oder?

    Viele Grüße vielleicht bis bald auf Tour,
    Haus Perlenblick

  4. #4

    AW: Der Vanderkloof Damm

    Vor einigen Wochen war es soweit. Meike und Martin hatten es eingefädelt und Sepp der Brauer war im Haus Perlenblick zu Gast.
    Selbstverständlich wurde eine Bierverkostung bei CBC gemacht.
    Nicht nur Sepp und sein Team kosteten das Bier von Wolfgang Ködel, sondern drei Brauer unter ihnen auch der Vertreter des Brauanlagenherstellers Kaspar-Schulze prüften das Bier aus Orania.
    Es gab lobende Worte, viel Gesprächsstoff und kritische Hinweise, die Sepp mit Sicherheit weiterhelfen werden.
    Eine wirklich schöne und hilfreiche Begegnung war es an diesem Nachmittag.

    Zum Abschied gab Wolfgang noch eine Weihnachtsgeschenkpackung mit nach Orania.

    Viele Grüße aus Paarl,
    Reimar
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