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mariel
19.12.2011, 14:47
Wer die Bücher von Stefanie Gercke liebt, der wird auch dieses Buch mögen:

Jenseits von Timbuktu

Der Verlobte der jungen Anita Carvalho aus Hamburg verliert bei einem tragischen Unfall sein Leben. Bald danach verliert Anita ihre Mutter durch Selbstmord und bleibt allein und einsam zurück. In den Hinterlassenschaften ihrer Mutter findet Anita Hinweise auf eine Farm, die ihre Eltern früher unter dem Namen „Timbuktu“ in Südafrika geleitet haben. Viele Spuren deuten darauf hin, dass Anita in Südafrika Familienangehörige hat, von denen sie bislang noch nichts ahnte. Um den Geheimnissen ihrer Eltern auf den Grund zu gehen, begibt sie sich auf eine gefahrvolle Reise nach Südafrika. Das Land befindet sich kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Und genau hier in Südafrika, vor hinreißender afrikanischer Kulisse, warten auf Anita viele böse Entdeckungen – aber vielleicht auch eine neue Liebe?

Das Buch ist erst im Oktober 2011 erschienen und es gibt es noch nicht als Taschenbuch.


Stefanie Gercke wurde 1941 in Bubaque, das ist eine Insel des im Bissagos-Archipel, der Guinea-Bissau gehört, geboren. Dort betrieb ihr Vater, Wilhelm König, eine Kaffee-Plantage. Wegen des 2. Weltkrieges mussten sie das Land verlassen und landeten über Umwege in Lübeck bei der Großmutter. Nach dem Krieg siedelten sie nach Hamburg über. 1961, Stefanie war verheiratet, wanderte das Ehepaar nach Südafrika aus. Nahe Durban lassen sich die beiden nieder. Zwei Söhne werden geboren. Die beiden Gerckes zeigen ziemlich offen ihre Meinung zur Apartheidpolitik der Regierung, und somit häufen sich Schikanen und Bespitzelungen. 1968 beschließen die Eheleute, mit ihren Kindern zu fliehen. Aber noch am Flughafen wird Hans-Hermann Gercke verhaftet und für 3 Monate in ein Gefängnis gesteckt, während seine Frau mit den Kindern das Land verlassen darf. 1978 reiset das Ehepaar erneut nach Südafrika ein und diesmal wird ihr Aufenthalt für vier Jahre geduldet. Hans-Herrmann Gercke als Leiter einer Fabrik, lehnt einen Großauftrag zur Herstellung von Henkerstricken ab und danach wird die Situation für die Familie erneut gefährlich. Um zu verhindern, dass die Söhne zum Kriegsdienst müssen, gibt die Familie die südafrikanische Staatsbürgerschaft wieder ab. Erneut drohen Verhaftung und Schikanen. Und abermals flüchten die Gerckes und wieder nach Hamburg. Erst mit der Machtübernahme Nelson Mandelas kehrten sie zurück. Seither ist Stefanie Gercke oft in Afika, lebt aber immer noch in Hamburg.


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Littlewood Garden
19.12.2011, 17:28
Hallo Mariel,

vielen Dank für den Tipp und die ausführliche Beschreibung. Hört sich sehr interessant an.
Dieses Buch kommt auf alle Fälle auf meine Wunschliste.
Alle anderen Bücher von Stefanie Gercke habe ich schon gelesen und bin ein bekennender Fan von ihr.

Ich finde es spannend, wie sie in ihren bisherigen Büchern Familiengeschichten über Jahrhunderte hinweg verfolgte und historischen Ereignisse ebenso wie die Apartheid immer wieder sehr gut in ihre Romane eingebunden hat.

mariel
19.12.2011, 18:05
Alle anderen Bücher von Stefanie Gercke habe ich schon gelesen und bin ein bekennender Fan von ihr.



Geht mir genauso. Ich habe auch alle und kaufe sie meist schon am Erscheinungstermin.

Avenues Guesthouse
19.12.2011, 19:09
... Dieses Buch kommt auf alle Fälle auf meine Wunschliste ...

Martina, ich finde, man sollte die Forumsregeln mit einem Zusatz versehen: "Wer hier ein Buch vorstellt, muß zwei Lese-Exemplare als Care-Paket entweder nach Mossel Bay oder nach Knynsa schicken." - das wäre doch mehr als fair, oder? Wer ist dafür? :thumbup:

mariel
20.12.2011, 10:20
Netter Versuch Meike :-D lol
Aber mal im Ernst, wir reden vor unserem nächsten Besuch in Südafrika nochmal über Bücher und was sich da machen lässt :-)

Avenues Guesthouse
26.03.2012, 14:40
So, jetzt habe ich "Jenseits von Timbuktu" auch geschafft. War gar nicht so einfach - aber nicht, weil es so eine anspruchsvolle Lektüre war, sondern weil das Buch so schwer war. ;-)

mariel, Dir noch mal auf diesem Wege ein dickes Dankeschön für das "Überraschungs-Care-Paket".

Aber wie war "Jenseits von Timbuktu" denn nun? Klasse, keine Frage. Stefanie Gehrke schafft es, die südafrikanische Landschaft so zu beschreiben, daß man sie sich wirklich bildlich vorstellen kann - das war auch ein Grund, warum ich sie vor unserem Umzug nach Südafrika auch so gerne gelesen habe. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, aber endet am Schluß leider sehr blutig - und trotzdem mit Happy End.

Gestört hat mich ein bißchen, daß in der Geschichte sehr viel ungewöhnliches auf einem Fleck passiert ist, z. B. Maurice, der Kinderfänger-helfende, aidskranke, spielsüchtige farbige Sohn einer weißen Frau, dessen schwarzer Vater vom Schwiegervater in spe fast umgebracht wurde. Das war schon ein bißchen viel Drama auf einmal und hätte nicht sein müssen, ohne daß dadurch die Handlung langweilig geworden wäre.

Von mir gibt's auf jeden Fall zwei Daumen hoch für das Buch! :thumbsup: Für Südafrika-Fans auf jeden Fall zu empfehlen!

Edit: Martina, ich geb' Dir das Buch natürlich zum Schmökern, sobald wir uns sehen. :-)

Littlewood Garden
31.03.2012, 14:06
Edit: Martina, ich geb' Dir das Buch natürlich zum Schmökern, sobald wir uns sehen.

Hallo Meike,

ich freu mich schon auf das Buch, hat aber noch Zeit. Momentan habe ich noch einige anstehende Arbeiten, bevor ich Zeit zum Lesen finde.

Ich bin ja ein Stefanie Gercke Fan und habe alle ihre Bücher in meinem Bücherregal. Ich habe aber auch festgestellt, das menschliche Schicksale in ihren Büchern zunehmend skuriller wurden und vieles wohl sehr übertrieben dargestellt wird. Es ist eben ein Roman und so muß man es sehen, die Wirklichkeit sieht zum Glück meist anders aus.