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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Große Löcher und kleine Steine



Avenues Guesthouse
13.02.2012, 11:16
Südafrika ist nicht nur für seinen Reichtum an herrlichen Landschaften und einer großen Tierwelt berühmt, sondern auch für seine Diamanten (https://de.wikipedia.org/wiki/Diamant).

Die wahrscheinlich bekannteste Mine Südafrikas ist die Kimberley-Mine in Kimberley mit ihrem "Big Hole", einem ehemaligen Tagebaurestloch. Dieses riesige Loch ist angeblich das tiefste von Menschenhand gegrabene Loch auf der Erde - man kann es sogar vom Weltraum aus sehen. Das Big Hole konkurriert um diesen Rekordstatus mit Jagersfontein, einem Tagebau, der 110 Kilometer südwestlich von Bloemfontein liegt. Das Big Hole ist tiefer als Jagersfontein, allerdings hat Jagersfontein das größere Volumen. Das Big Hole ist 214 Meter tief und hat einen Umfang von 1,6 Kilometern.

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Unbedingt sehenswert ist die alte Stadt (https://www.thebighole.co.za/index.htm) am Big Hole, ein Museumsdorf, das liebevoll restauriert ist, jede Menge Informationen rund um den Diamanten-Abbau bietet und die Gäste in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Hier kann man auch selber nach Diamanten schürfen.

So groß und beeindruckend das Big Hole auch ist - hier wurde nicht der größte Diamant gefunden; der stammt aus der Premier Diamantenmine in der Nähe von Pretoria und heißt:

Cullinan

Der Cullinan war der größte jemals gefundene Rohdiamant mit einem Gewicht von 3.106 ct. Er wurde am 26. Januar 1905 entdeckt. Der glückliche Finder erhielt 10.000,-- $ für seinen Fund. Der Diamant wurde nach dem Minen-Besitzer Sir Thomas Cullinan benannt. Ein General der ehemals britischen Kolonie schenkte den Stein 1907 König Edward VII. zum Geburtstag.

Der Diamant wurde den Asscher Brothers in Amsterdam zur Bearbeitung zugesandt, die als absolute Profis auf ihrem Gebiet galten. Sie begutachteten den Stein mehrere Monate, und erst am 10. Februar 1908 versuchte Joseph Asscher, die erste Spaltung des Diamanten durchzuführen. Aber das Spaltwerkzeug zerbrach, während der Diamant unversehrt blieb. In seinem zweiten Versuch spaltete er den Diamanten wie geplant. Man sagt, dass Asscher nach der geglückten zweiten Spaltung ohnmächtig wurde. Joseph Asscher spaltete den Rohdiamanten in drei Partien: In 105 einzelne Steine, davon neun große und 96 kleine. 9,5 Karat blieben Rohdiamanten. Die neun großen Diamanten wurden zu Kronjuwelen geschliffen und werden im Londoner Tower aufbewahrt.

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Cullinan I

Cullinan I ist ein tropfenförmig geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 530,2 Karat. Er misst 53 mm x 44 mm x 29 mm und besitzt 76 Facetten. Er ziert das Zepter von König Edward VII und ist im Tower von London ausgestellt. Man kann den Diamanten aus dem königlichen Zepter herausnehmen und und ihn als Nadel oder Anhänger tragen. Cullinan I ist auch unter dem Namen "The Great Star of Africa" bekannt.

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Cullinan II

Cullinan II ist ein kissenförmig geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 317,4 Karat. Er ist der zweitgrößte Diamant der Welt und befindet sich mittig auf der Stirnplatte der britischen Königskrone. Cullinan II ist auch unter dem Namen "Lesser Star of Africa" bekannt.


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Cullinan III und IV

Cullinan III ist ein tropfenförmig geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 94,40 ct. Zusammen mit Cullinan IV wurde er 1911 ind die Krone von Queen Mary eingesetzt. Cullinan III und IV können zusammen als Anhänger/Brosche getragen werden.

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Und noch ein bißchen Wissenswertes rund um Diamanten:



Um einen "einfachen" Einkaräter zu finden, muß man ca. 250 Tonnen an Gestein bewegen.
Ein Diamant ist die härteste, in der Natur vorkommende Substanz der Welt.
Eine Brieftaube wurde zum erfolgreichen Schmuggeln eines Diamanten verwendet: Dier Minenarbeiter schmuggelte die Brieftaube in seiner Pausenbrot-Dose in die Mine, band der Taube einen kleine Tasche um, die er mit den Edelsteinen füllte und schickte sie auf den Weg. Als er nach Hause kam, fand er die Brieftaube - mit den Diamanten. Ob das allerdings heute auch noch klappt, bezweifeln wir.
"Du mußt scherzen! Ich werde niemals Dein hartverdientes Geld nehmen, um Dir dafür einen wertlosen Kieselstein zu geben, mit dem meine Kinder spielen! Nimm' ihn, die Kinder werden noch weitere finden." - das sagte Mrs Jacobs in 1867 zu dem Farmer Jacobus van Niekerk, der einen glänzenden Stein kaufen wollte, mit dem Mrs Jacobs Kinder spielten. Er scherzte nicht: Der Stein wurde später berühmt als der "Eureka", der erste in Südafrika gefundene Diamant.

Littlewood Garden
13.02.2012, 14:14
Hallo Meike,
super schöner, interessanter Bericht.

Besucher, die in die Nähe von Kimberley kommen, empfehle ich auf alle Fälle einen Besuch des "Big Hole" und das angrenzende Museumsdorf. Man bekommt hier einen schönen Eindruck und die Geschichte erscheint lebendig. Man bummelt durch die "alte Diamantendorf" und fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Die alten Gebäude, die Einrichtung, die alten Läden und Schaufenster mit den damals angebotenen Waren und daneben das riesige Loch, bei dem man sich kaum vorstellen kann, das es von tausenden Menschenhänden gegraben wurde.
Ein Museum mit alten Bildern zeigt, wie abenteuerlich und gefährlich die Grabarbeiten hier waren.

Ich war sehr beeindruckt bei meinen Besuchen, kann aber leider nicht mit Fotos dienen, da meine Besuche noch zu Zeiten der Analogkamera waren und die Bilder noch nicht digitalisiert sind.

Die Cullinan Diamanten Mine, auch Premier Diamanten Mine genannt, kann übrigens auch besichtigt werden. In der Mine werden immer noch Diamanten gefördert und eine Besichtigung ist sehr interessant.
Die Cullinan Mine befindet sich in der Ortschaft Cullinan ca. 20 Minuten ausserhalb von Pretoria.

Avenues Guesthouse
13.02.2012, 15:25
... kann aber leider nicht mit Fotos dienen, da meine Besuche noch zu Zeiten der Analogkamera waren und die Bilder noch nicht digitalisiert sind...

Ich hab' jetzt mal in meinen Fotokisten gekramt, denn 2003 hatten wir leider auch noch keine Digitalkamera. :crying:

Immerhin drei Fotos habe ich gefunden, aber komischerweise keins vom Inneren der Museumshäuser. Ich vermute mal, da war das Fotografieren verboten. Ich kann mich noch dunkel an die Arztpraxis erinnern ... gruselig. Nur gut, daß wir nicht zur damaligen Zeit gelebt haben, Diamantenrausch hin oder her ...

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Littlewood Garden
14.02.2012, 09:04
Ich war das letzte Mal in Kimberley, nachdem ich das Buch Blut und Diamanten (https://forum.suedafrikaurlaub.net/threads/186-beitrag?p=600#post600) von Ashley Carrington gelesen habe.

Der Roman beschreibt das Leben am "Big Hole" so lebendig, besonders das abenteuerliche und gefährliche Graben nach den begehrten Glitzersteinen in dem immer tiefer werdenden "große Loch".
Beim Besuch des Museums mit all den alten Bildern lebte der Roman nochmal vor meinem geistigen Auge auf. Der Autor hat es wirlich alles sehr gut beschrieben.