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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der kleine Restaurant-Knigge



Avenues Guesthouse
09.03.2012, 15:21
Wir können uns noch gut an unseren ersten Restaurant-Besuch in Südafrika erinnern: Nicht anders von unserem Italiener um die Ecke gewohnt, sind wir 'rein ins Restaurant und haben uns gleich an einen Tisch gesetzt ... und haben damit das erste Fettnäpfchen erwischt.

In den aller-aller-allermeisten Restaurants wird man am Eingang empfangen und zu einem freien Tisch geführt. Wenn Euch der Tisch nicht gefällt, dann bittet um einen anderen - kein Problem! Meist wird man auch nach "Smoking or Non-Smoking?" gefragt, denn in Südafrika sitzen die Raucher getrennt von den Nichtrauchern, in besonders belüfteten "Abteilungen" - oder je nach Wetterlage auch im Freien.

Ein Blick auf die Speisekarte bietet zwar die herrlichsten Leckereien ... aber keine Getränke. Nanu? Muß man hier beim Essen verdursten? Nein, keinesfalls - meist gibt es eine separate Weinkarte, manchmal mit einer Bier- und Softdrink-Auswahl. Oft findet man Biere, Spirituosen und alkoholfreie Getränke aber überhaupt nicht auf der Karte, denn die Auswahl ist in den meisten Restaurants gleich. Cola gibt es überall, Mineralwasser auch - und den Rest erklären einem gerne die Kellner.

Kleiner Tipp: "Monkey Gland Sauce" hat nichts mit der Drüse eines Affen zu tun, keine Sorge! Einfach mal bestellen und ausprobieren!

Nicht überall üblich, aber hier durchaus kein Problem: Ein Hauptgericht teilen. Die Portionen in Südafrika sind so üppig, daß man locker zu zweit davon satt wird und dann wenigstens noch die Chance hat, die leckeren und dekadenten Nachspeisen zu probieren. Kein Kellener wird Euch schief angucken, wenn Ihr Euch eine Portion teilt!

Läßt man einen Rest auf dem Teller, kann es passieren, daß man diesen Rest eingepackt als "Doggie Bag" wieder auf den Tisch gestellt bekommt. Oder man wird beim Tisch-Abräumen gefragt, ob man ein "Doggie Bag" haben möchte. Viele Südafrikaner essen die übriggebliebene Pizza am nächsten Tag, geben es ihren Angestellten oder tatsächlich ihrem Hund. Es ist also absolut nicht ungewöhnlich, die Reste mit nach Hause zu nehmen.

So verhält es sich auch mit Weinflaschen, die man bestellt, aber nicht geschafft hat, auszutrinken. Die kann man auch ohne schlechtes Gewissen mit nach Hause nehmen - man hat sie ja gekauft.

Am Ende der ganzen Schlemmerei kommt dann das Finanzielle, allerdings nicht in Form einer Rechnung, die Euch einfach auf den Tisch geklatscht wird. Die Rechnung wird hier gerne in Mäppchen, in schön-dekorierten Körbchen und Schächtelchen, auf einem geschmückten Tablett oder auch mal im Briefumschlag serviert, ganz diskret. Und hier ruft man dem Kellner auch nicht den Endbetrag (inklusive Trinkgeld, bitteschön!) entgegen, sondern schreibt ihn einfach auf die Rechnung 'drauf.

Wenn man das Geld passend hat, dann kann man es einfach in das Schächtelchen / Mäppchen / Was-Auch-Immer legen, alles auf dem Tisch liegenlassen und einfach gehen. Der Kellner wird nicht hinter Euch hinterherrennen, sondern sich das Geld ganz diskret holen.

Ist das Geld nicht passend, legt man es auch einfach in das Schächtelchen und wartet. Der Kellner holt es sich und bringt das Wechselgeld dann wieder im Schächtelchen an den Tisch zurück.

Wir fanden die Art der Bezahlung immer sehr angenehm und zurückhaltend. Der Tischnachbar muß ja nicht unbedingt wissen, was man ausgegeben hat bzw. wieviel Trinkgeld man geben möchte, oder?

Bei Kreditkarten-Zahlungen ist es neuerdings üblich, daß man eine Kreditkartenmaschine an den Tisch gebracht bekommt. Man braucht (und sollte) seine Karte also nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Wir wünschen viel Spaß und vor allem guten Appetit in den phantastischen Restaurants (https://www.suedafrikaurlaub.net/uebersicht/restaurant-tipps/zurueck-zu-restaurant-tipps/) Südafrikas!

Littlewood Garden
11.03.2012, 08:29
und noch ein kleiner Tipp.

Oft wird man im Restaurant gefragt, ob man sein Essen "hot" möchte. Viele Südafrikaner lieben die scharfe Küche und würzen viel mit Chilly und Curry. "HOT" bedeutet hier nicht "HEISS" sondern "SCHARF". Wer also seine Suppe heiß möchte (oft werden Suppen hier lauwarm serviert), sollte auf keinen Fall "HOT" verlangen, denn dass kann zwar auch zu Schweißausbrüchen führen, allerdings nicht, weil die Suppe so heiss, sondern so scharf ist ....